Entwicklung der Flächen „Marina Nord“ sowie „A2 / Lünener Straße / Am Langen Kamp“

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Heinzel,

die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bergkamen beantragt, den folgenden Antrag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses und des Rates der Stadt Bergkamen am 19.02.2026 beraten und beschließen zu lassen.

Beschlussvorschlag:
1. Der Rat der Stadt Bergkamen erklärt die Mobilisierung neuer Gewerbe- und Dienstleistungsflächen zur strategischen Priorität. Dies ist unverzichtbar für die Sicherung und Schaffung von zukunftsfähigen Arbeits- und Ausbildungsplätzen, die aktive Gestaltung des Strukturwandels sowie die nachhaltige Stabilisierung der städtischen Einnahmebasis (Gewerbesteuer).

2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Entwicklung der Flächen
a) „Marina Nord“ sowie
b) „A2 / Lünener Straße / Am Langen Kamp“
konzeptionell vorzubereiten und eine Machbarkeitsprüfung durchzuführen. Dabei sind auch moderne und ökologisch nachhaltige Nutzungskonzepte zu prüfen.

3. Die Verwaltung intensiviert die Gespräche mit dem Regionalverband Ruhr (RVR), um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu klären. Dabei ist mit Nachdruck auf die Realisierungs-fähigkeit dieser Standorte hinzuwirken.

4. Dem zuständigen Fachausschuss ist ein Zeit- und Maßnahmenplan vorzulegen. Ein erster Zwischenbericht erfolgt im 3. Quartal 2026. Ziel ist es, dem Rat spätestens zu den Haushaltsplan-beratungen 2027 eine entscheidungsreife Beschlussvorlage inklusive Kostenschätzung zu präsentieren.

Begründung:
Bergkamen befindet sich in einer kritischen Phase des Strukturwandels. Um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Stadt langfristig zu sichern, ist die Ausweisung neuer, marktfähiger Gewerbe- und Dienstleistungsflächen nicht nur wünschenswert, sondern angesichts der jüngsten Negativtrends existenzielle Pflicht.

Entgegen dem Ziel, Arbeitsplätze zu sichern, verzeichnet Bergkamen aktuell einen besorgniserregenden Trend. Allein im Januar 2026 stieg die Arbeitslosigkeit in unserer Stadt um 5,5 % auf 2.295 Personen an. Dies ist nach Selm der stärkste prozentuale Anstieg im gesamten Kreis Unna. Ein bloßes Abwarten auf eine konjunkturelle Erholung reicht nicht aus. Wir müssen durch Flächenangebote aktiv gegensteuern, um Beschäftigung vor Ort zu sichern.

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist unverändert hoch, kann aber von der Stadt nicht hinreichend bedient werden. Während potenzielle Flächen im Besitz von Unternehmen für deren Eigenbedarf gebunden sind, ist das städtische Angebot limitiert. Wir müssen handlungsfähig werden, bevor uns der Wettbewerb in der Region abhängt.

Die Entwicklung neuer Areale erfordert aufgrund komplexer Genehmigungsverfahren lange Vorlaufzeiten. Die genannten Standorte bieten hierbei Alleinstellungsmerkmale:
– Marina Nord: Einzigartiges Potenzial für hochwertige Dienstleistungen, Tourismus und Freizeitwirtschaft in Wasserlage.
– A2 / Lünener Straße: Exzellente Anbindung für hochwertiges Gewerbe oder Dienstleistung.

Es ist daher geboten, die planungsrechtliche Klärung jetzt proaktiv voranzutreiben, damit der Rat im Haushalt 2027 die notwendigen Investitionsmittel auf einer validen Datenbasis bereitstellen kann.

Foto: Fotografiert im Auftrag der CDU

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