Senioren Union im Nordkreis Unna unterwegs

Am 1. Oktober 2026 machten sich 48 Seniorinnen und Senioren der CDU auf den Weg, um den Nordteil des Kreises Unna näher kennenzulernen. Unter dem Motto „Unsere Heimat entdecken“ führte eine abwechslungsreiche Rundfahrt durch mehrere Städte und Ortsteile der Region.

Startpunkt war der Busbahnhof in Bergkamen. Von dort führte die Route über Heil und Beckinghausen zunächst nach Lünen. Bei einer Rundfahrt durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und am Krankenhaus, erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessante Einblicke in die Entwicklung der Stadt. Weiter ging es nach Lünen-Brambauer, wo insbesondere die Geschichte des Bergbaus und der Strukturwandel nach dem Ende der Kohleförderung im Mittelpunkt standen.

Ein besonderer Programmpunkt war die Besichtigung der ehemaligen Schachtanlage 4 der Zeche Minister Achenbach. Nach der Stilllegung im Jahr 1990 wurde das Gelände zu einem Technologiezentrum umgestaltet. Heute ist das „Lüntec“ ein gelungenes Beispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Ein weithin sichtbares Wahrzeichen ist das auf das ehemalige Fördergerüst aufgesetzte „Colani-Ei“. Hier verbindet sich eindrucksvoll Industriekultur mit moderner Architektur und neuer wirtschaftlicher Nutzung.

Auch eine weitere ehemalige Schachtanlage, die inzwischen umgebaut wurde und zahlreichen kleineren Unternehmen Raum bietet, stand auf dem Besichtigungsprogramm. In Bork führte die Fahrt an der sogenannten Polizeischule vorbei, einem weitläufigen und gut gesicherten Ausbildungsgelände.

Während der gesamten Rundfahrt vermittelte der Reiseleiter viele interessante Informationen über die Geschichte und die politische Entwicklung der Region. Dabei kamen auch die schwierigen Lebensumstände vergangener Zeiten zur Sprache. Kriege, familiäre Konflikte und Krankheiten machten deutlich, dass die oft beschworene „gute alte Zeit“ längst nicht für alle Menschen eine gute Zeit war.

Weiter ging es durch Selm, eine Stadt, die sich durch industrielle Entwicklung und zahlreiche Neubaugebiete stark verändert hat. Entlang der Strecke fielen immer wieder Wegkreuze und kleine Kapellen ins Auge. Die dort brennenden Kerzen zeugen von der tief verwurzelten christlichen Tradition und der starken Gläubigkeit vieler Menschen im münsterländisch geprägten Teil der Region.

Nach den vielen Eindrücken bot ein gemütliches Waldrestaurant Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen eine entspannte Pause einzulegen und das Erlebte Revue passieren zu lassen.

Anschließend führte die Route in Richtung Cappenberg. Das imposante Schloss, das heute bewohnt ist, konnte leider nur von außen betrachtet werden. Entlang der Kreisgrenze in Richtung Hamm passierte die Gruppe die Müllverbrennungsanlagen. Auch hier gab es interessante Erläuterungen zur Abfallwirtschaft und zur aktuellen Müllsituation im Kreis Unna.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Stadt Werne. Mit ihren schönen historischen Gebäuden und ihrem besonderen Charme hinterließ sie bei den Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck. Besonders interessant waren die Ausführungen zum Werner Kloster, das bis heute bewohnt ist. Ein kleines, etwas abseits gelegenes Gebäude weckte dabei besondere Aufmerksamkeit: das sogenannte Pest-Häuschen. Hier mussten die Mönche, die sich um die Erkrankten gekümmert hatten, nach dem Tod oder der Genesung des letzten Patienten noch weitere 40 Tage in Quarantäne verbringen.

Langsam neigte sich die erlebnisreiche Rundfahrt dem Ende entgegen. Über Bergkamen-Rünthe erreichte die Gruppe schließlich wieder den Ausgangspunkt am Busbahnhof in Bergkamen.

Das einhellige Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fiel ausgesprochen positiv aus: Es war eine rundum gelungene Fahrt mit vielen interessanten Informationen, neuen Eindrücken und überraschenden Einblicken in die Geschichte und Entwicklung des nördlichen Kreises Unna.

Ein Tag, der einmal mehr gezeigt hat, wie viel es in unserer unmittelbaren Umgebung zu entdecken gibt – denn Heimat ist immer wieder eine Reise wert!

Foto: Angelika Grömmer.

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