Sehr geehrter Herr Bürgermeister Heinzel,
die Fraktionen der SPD und der CDU bitten Sie, den nachfolgenden Antrag zur Beratung und zur Abstimmung in die Tagesordnungen der Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses und des Rates der Stadt Bergkamen am 19.02.2026 aufzunehmen.
Antrag:
Der Rat der Stadt Bergkamen bekennt sich zur vollumfänglichen Sicherung der Schulsozialarbeit im bisherigen Umfang. Die bestehenden präventiven und beratenden Strukturen sollen ohne Einschränkungen fortgeführt werden.
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. die für 2026 im Haushaltsentwurf veranschlagten Mittel für die Schulsozialarbeit von 272.400 € auf 302.000 € zu erhöhen, sodass der bestehende Leistungsumfang von 157 Wochenstunden uneingeschränkt erhalten bleibt;
2. den städtischen Eigenanteil im Haushaltsplan so darzustellen, dass der aktuelle Stundenumfang verlässlich gesichert ist und keine Reduzierungen erfolgen;
3. sicherzustellen, dass die personellen Ressourcen der Schulsozialarbeit erhalten bleiben und insbesondere präventive Angebote sowie Unterstützungsleistungen im Bildungs und Teilhabepaket (BuT) dauerhaft gewährleistet sind;
Die notwendigen Mehraufwendungen in Höhe von rund 30.000 € sollen durch Mehrerträge beim Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer gedeckt werden.
Begründung:
Die Schulsozialarbeit ist einer der zentralen und wirksamsten Pfeiler der kommunalen Präventionslandschaft in Bergkamen. Sie wirkt frühzeitig, niedrigschwellig und verbindlich dort, wo Kinder und Jugendliche den Großteil ihres Alltags verbringen: an den Schulen. Durch diese unmittelbare Präsenz stabilisiert sie Bildungsbiografien, verhindert Eskalationen und bildet ein verlässliches Bindeglied zwischen Schule, Jugendhilfe und Familien.
Der derzeitige Umfang von 157 Wochenstunden liegt deutlich über dem vom Land NRW finanzierten Mindeststandard von ca. 81,5 Wochenstunden und bildet eine über Jahre gewachsene, tragfähige Struktur. Diese hohe Qualität hat wesentlich dazu beigetragen,
• Krisen frühzeitig zu erkennen und abzufangen,
• soziale Teilhabe zu stärken,
• Konflikte fachlich zu begleiten,
• Familien in belastenden Situationen zu unterstützen,
• und die Abrufbarkeit von Leistungen aus dem Bildungs und Teilhabepaket (BuT) sicherzustellen.
Die im Haushaltsentwurf angesetzten 272.400 € reichen angesichts steigender tariflicher Personalkosten (TVöD SuE), höherer Personalnebenkosten und allgemeiner Kostensteigerungen nicht mehr aus, um den Status quo abzusichern. Die tatsächlichen Kosten liegen aktuell bei rund 301.000 €, sodass eine Unterdeckung von ca. 30.000 € besteht.
Ohne Anpassung des Haushalts wären folgende Konsequenzen zu erwarten:
• Reduzierung der Wochenstunden,
• Einschränkungen bei Krisenintervention, Beratung und Prävention,
• weniger Unterstützung bei BuT Leistungen für anspruchsberechtigte Familien,
• Auflösung bewährter Kooperationsstrukturen zwischen Schulen, Jugendhilfe und Netzwerkpartnern.
Damit wäre einer der entscheidenden präventiven Grundpfeiler der Bildungs und Jugendhilfearbeit in Bergkamen gefährdet.
Die Mehraufwendungen in diesem Bereich werden durch die Mehrerträge beim Gemeindeanteil der Umsatzsteuer Gegenfinanziert.
Foto: Christiane Lang/CDU




