Hitzeschutz in Bergkamen

Bestandsaufnahme, Prüfungen an Schulen und Kitas sowie eine stärkere Abstimmung mit dem Kreis Unna: CDU und SPD haben einen gemeinsamen Änderungsantrag zum Hitzeschutz in Bergkamen vorgelegt. Über das Thema berät am Donnerstag, 1. Oktober 2026, der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz.

Längere Hitzeperioden können insbesondere für ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Erkrankte und Kinder zu einer gesundheitlichen Belastung werden. Wie Bergkamen den Hitzeschutz weiterentwickeln soll, beschäftigt deshalb auch die Kommunalpolitik. CDU und SPD haben für die Beratungen im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz am 1. Oktober einen gemeinsamen Änderungsantrag eingebracht.

Ihr Vorschlag sieht zunächst eine Bestandsaufnahme vor: Bis zur ersten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz im Jahr 2027 soll die Verwaltung zusammentragen, welche Maßnahmen zum Hitzeschutz die Stadt bereits umsetzt oder plant, wie die Zuständigkeiten zwischen Stadt, Kreis Unna, Land und Bund verteilt sind und wo weiterer Handlungsbedarf besteht.

Auch mögliche weitere Maßnahmen sollen aufgeführt, priorisiert und mit einer groben Kostenschätzung sowie den jeweiligen Fördermöglichkeiten versehen werden. Genannt werden unter anderem die Beschattung und Begrünung von Spielplätzen, Schulhöfen und Haltestellen, Trinkwasserspender, kühle Aufenthaltsorte und Sonnenschutz an städtischen Gebäuden.

Schulen und Kitas besonders im Blick

Parallel zur Bestandsaufnahme soll geprüft werden, an welchen Grundschulen mit Offenem Ganztag (OGS) und an Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft außenliegender Sonnenschutz oder Sonnensegel besonders dringend benötigt werden. Für geeignete Vorhaben soll die Verwaltung Förderanträge vorbereiten. Zudem soll Bergkamen frühzeitig Interesse an den angekündigten Landesprogrammen „1.000 Coole Schulhöfe“ und „1.000 Coole Kitas“ bekunden.

Für Schulen und den Offenen Ganztag sieht der Änderungsantrag außerdem einen Hitzeschutz-Stufenplan vor. Gemeinsam mit Schulen und OGS-Trägern sollen unter anderem die Nutzung kühlerer Räume, die verlässliche Betreuung bei Hitzefrei, die Trinkwasserversorgung und Abläufe bei Hitzewarnungen geregelt werden. Eine aktive Kühlung von Räumen soll nur dort geprüft werden, wo dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Kreisweite Aktivitäten sollen einbezogen werden

CDU und SPD wollen bei der Bestandsaufnahme auch berücksichtigen, welche Aktivitäten bereits auf Ebene des Kreises Unna bestehen. Die SPD- und CDU-Fraktionen im Kreistag haben dazu am 21. September eine gemeinsame Anfrage gestellt. Darin bitten sie die Kreisverwaltung unter anderem um einen Überblick über die Maßnahmen zum gesundheitlichen und baulichen Hitzeschutz beim Kreis sowie in den zehn kreisangehörigen Städten und Gemeinden.

Gefragt wird außerdem, wie Kreis und Kommunen ihre Aktivitäten stärker aufeinander abstimmen können und ob auf Grundlage einer gemeinsamen Bestandsaufnahme ein abgestimmter Handlungsrahmen sowie gegebenenfalls gemeinsame Basisangebote oder Mindeststandards entwickelt werden können. Ziel ist es, bestehende Aktivitäten besser zu vernetzen, gute Praxis zwischen den Kommunen zu übertragen und mögliche Versorgungslücken zu erkennen.

Die Antworten des Kreises sollen nach dem Bergkamener Änderungsantrag in die städtische Bestandsaufnahme einfließen.

Entscheidung über eigenen Hitzeaktionsplan im Anschluss

Auf der Tagesordnung des Bergkamener Ausschusses steht ein Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Erstellung eines kommunalen Hitzeaktionsplans. Die Grüne-Fraktion schlägt vor, unverzüglich mit dessen Erarbeitung zu beginnen und dafür unter anderem eine interdisziplinäre Steuerungsgruppe einzurichten.

CDU und SPD schlagen einen anderen Ablauf vor. Nach der Bestandsaufnahme soll der Ausschuss beraten, welche zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind und ob neben der Hitzevorsorge im geplanten Klimaanpassungskonzept ein eigener kommunaler Hitzeaktionsplan notwendig ist.

Finanzierung im Blick

Bei allen weiteren Maßnahmen soll auch die aktuelle Haushaltslage der Stadt berücksichtigt werden. Seit dem 22. September 2026 gilt in Bergkamen eine Haushaltssperre. CDU und SPD setzen deshalb darauf, vorhandene Strukturen zu nutzen, Fördermöglichkeiten auszuschöpfen und zusätzliche Maßnahmen auch unter finanziellen Gesichtspunkten zu bewerten.

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Antrag zum Download, hier (PDF).

Illustration: KI-generiert.

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